Fünf Mitglieder der Silbermöwen zeigten auf der Bühne des Oytener Rathaussaals einige Szenen, die unterschiedliche Vorgehensweisen der Täterinnen und Täter anschaulich präsentieren. Es wurde dargestellt, wie diese in die Wohnung gelangen, um unbemerkt Geld, Bank- u. Kreditkarten, Schmuck und andere Wertgegenstände zu entwenden. Gemeinsam mit den Zuschauern wurden die Szenen reflektiert und verändert, da das Publikum eingreifen konnte, um die Tat vielleicht doch noch zu verändern.
Die Silbermöwen sind ein Projekt an der Jungen Landesbühne Niedersachsen Nord für Menschen ab 50 Jahren.
Ein Beispiel-Fall war, dass sich zwei Täter am Telefon gegenüber einem alleinstehenden Senior als Polizisten ausgaben und angeblich Hinweise darauf hätten, dass bei dem Herren demnächst eingebrochen werden soll. Diesbezüglich würden sie zur Kontrolle vorbeikommen, um Präventionsmaßnahmen zu ergreifen. Beim Besuch vor Ort überzeugten die Verbrecher den Senior, ihnen alle Wertsachen zu überlassen, damit diese in einer Sicherungsbox auf der Polizeiwache aufbewahrt werden, bis seine Wohnung wieder sicher genug gegen Einbrecher ist. Mehrere Hundert Euro, zwei Sparbücher und eine Münzsammlung gab das spätere Opfer in die Box, die natürlich aus Sicht des Mannes auf Nimmerwiedersehen verschwand.
Nun durfte das Publikum mitwirken, denn es handelte sich um ein Forumtheater, indem die Geschichte nochmals vorgespielt wird und die Besucher Stopp rufen, wenn sie ein Fehlverhalten des späteren Opfers bemerkt haben. Diese konnten dann selbst auf der Bühne die Handlung so abwandeln, dass am Ende der Betrug umgangen wurde.
Unter anderem wurde am Verhalten des Opfers kritisiert, dass es nach dem Anruf der angeblichen Polizisten nicht bei einer Polizeidienststelle nachgefragt, die Betrüger einfach so in sein Haus gelassen und natürlich zu guter Letzt auch seine Wertsachen ausgehändigt habe. Dabei hatte der Senior das Prozedere der Täter am Anfang sogar noch infrage gestellt und nach den Dienstausweisen gefragt, die natürlich gefälscht waren, letztendlich sich aber von den Dieben überzeugen lassen.
„Diese Täter sind Überredungskünstler, sie wissen ihre Rolle zu spielen“, erklärte Joachim Kopietz, Beauftragter für Kriminalprävention. Bei diesen Menschen handelt es sich meist um gut aussehende, sympathische und freundliche Personen. „Schwiegermutters Liebling“ eben. Daher könne es für viele Menschen schwierig sein solche eloquenten Personen direkt abzuweisen. Wichtig ist es, Fremde erst gar nicht ins Haus zu lassen.
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